Wohlfühltag
der Kreuzbundfrauen 2011
Am Samstag, den 09.Juli 2011 veranstalteten die Frauen
der Diözese Rottenburg-Stuttgart wieder ihren traditionellen
Wohlfültag in Ulm-Söflingen, diesmal unter dem
Motto „Fröhliche Frauen“. Insgesamt waren
97 Frauen aus der gesamten Diözese mit von der Partie.
Wir begannen den Tag vormittags um 11Uhr mit dem gemeinsamen
Lied:
„Hand in Hand we will be stronger, stronger than before“
von Marshall&Alexander.
Alle Frauen fassten sich bei den Händen und sangen
begeistert mit.
Die drei „K“ der Frauen, Kinder-Küche-Kirche
wurden umgewandelt in Kulinarisch-Kabarettistisch-Kontaktreich.
Weiter ging´s mit einem gemütlichen Brunch vom
kalt-warmen Buffet, Salaten und Nachtisch. Richtig schwäbisch,
mit Maultaschen und Kartoffelsalat. Alle waren gesättigt
und zufrieden.
Das Buffet vom Catering-Service war ausgezeichnet, für
Salate und Nachtisch haben wir Frauen selbst gesorgt.
Ab 13°°Uhr wurden wir mit schwäbischem Kabarett
verwöhnt. Die „Herztropfen“, eine Bäuerin
und ihr Mann von der schwäbischen Alb gaben Sketche
zum Besten. Unsere Lachmuskeln wurden sehr strapaziert.
Das war Comedy vom Feinsten. Aber wir waren auch so ein
tolles Publikum, dass die Herztropfen sich kurzfristig entschlossen
auf ihre Gage zu verzichten.
Anschliesend ging`s mit Kaffee und Kuchen weiter. Für
das reichhaltige Kuchenbuffet haben die Frauen vom Kreuzbund
Ehingen gesorgt. Auch die Unterhaltung untereinander kam
dabei nicht zu kurz. Es war ein Auffrischen von alten und
ein Anknüpfen von neuen Kontakten.
Bei strahlendem Sonnenschein nutzten viele die Gelegenheit
zu einem Spaziergang an der Blau entlang.
Wir beschlossen den Tag um 17°°Uhr mit dem Lied
vom Vormittag. Alle Frauen waren sich einig:
„Gemeinsam sind wir stark wie nie, stark wie nie zuvor“.
Cornelia Mast
Stellv. Vorsitzende
DV Rottenburg-Stuttgart
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Neue Wege des
Kreuzbund-Diözesan-Verbandes Stuttgart-Rottenburg in
der Seniorenarbeit.
Ein Bericht von Rose Essers und Gisela Obert
Vor etwa 4 Jahren wurde die Idee geboren, ein Angebot für
Senioren und die älteren Menschen im Kreuzbund, welche
sich auf den Ruhestand vorbereiten, ein Gruppenangebot zu
machen.
Erfahrungen in der Selbsthilfegruppenarbeit zeigten, dass
immer mehr Menschen. die jenseits der Berufsphase angekommen
sind, suchtgefährdet sind oder nach jahrelangem abstinenten
Lebens wieder mit der Einnahme von Suchtmitteln beginnen.
Es werden verschiedene Verluste genannt, z.B. der Verlust
von sozialen Rollen nach der Berufsphase und damit verbunden
ist der Verlust von Anerkennung und das wachsende Gefühl
nicht mehr gebraucht zu werden. Dazu die zunehmende Gebrechlichkeit
des eigenen Körpers und der wachsenden Vereinsamung.
Dies führt oft zu schweren Identitätskrisen.
Ältere Menschen haben es sehr schwer in den üblichen
Hilfsangeboten der Suchtkrankenhilfe unterzukommen.
Deshalb wurde im Diözesan-Kreuzbund ein Projekt gestartet
und die „Suchtprävention“ für ältere
Menschen installiert.
Ein Antrag für das Projekt wurde bei der Landesarbeitsgemeinschaft
der Allgemeinen Ortskrankenkassen in Baden-Württemberg
gestellt und schon konnten wir 2009 mit den genehmigten
Mitteln 2 Seminare je 1 Woche anbieten – und auch
für das Jahr 2011 wurde wieder ein Präventionsseminar
genehmigt, welches vom 13. bis 19. Juni 2011 stattfand.
Teilnehmer waren 14 Personen, davon 4 Paare und 6 Einzelpersonen.
Es folgt nun der Erfahrungsbericht von Teilnehmerin
Rose Essers:
Wir waren im Liborihaus in Todtmoos untergebracht, einer
Einrichtung des Katholischen Ferienwerks Oberhausen, mitten
im Hochschwarzwald mit seiner einzigartigen schönen
Landschaft.
Geleitet wurde das Seminar von Gisela Obert, einer in der
Arbeit mit suchtkranken Menschen und ihren Angehörigen
erfahrenen Sozialarbeiterin und Therapeutin. Zu Beginn der
Gruppenarbeit formulierte jeder, was er von der Intensiv-Woche
(tägl. 6 Stunden Gruppenarbeit) erwartet und welches
Ziel jeder persönlich erreichen will.
Gisela Obert arbeitete u.a. mit der Methode des Sozialtherapeutischen
Rollenspiels an unseren Biographien.
Eine der Aufgaben war, ein imaginäres Photo unserer
Kindheit aus einer Kiste zu entnehmen auf dem der Einzelne
alleine oder mit anderen abgelichtet war – und dieses
Photo wird uns mit einem Erlebnis verbinden.
Jeder beschrieb das Photo, welches er „gefunden“
hat und das Erlebnis dazu.
Dann der zweite Schritt – wir konnten uns mit den
Anderen austauschen, wenn wir über ähnliche Erlebnisse
zu berichten hatten – und dann konnten wir entscheiden,
ob wir das „gefundene Photo“ behalten oder wieder
in die Kiste zurücklegen.
Und dann teilten wir uns gegenseitig unsere Gefühle
mit, die bei dieser Übung entstanden sind.
Diese Methode und die von Gisela Obert klar vorgegebene
Struktur erleichterte uns den tieferen Einstieg in die eigene
Problematik.
In den 6 Tagen arbeiteten wir vormittags und nachmittags
intensiv in der Gruppe und hatten auch ausreichend Gelegenheit,
eigene Probleme (Wiederholungen in der eigenen Biographie)
gründlich anzuschauen. Die Gruppenarbeit machte uns
sehr viel Freude, war aber auch teilweise sehr anstrengend.
Die Pausen nutzten wir zu Spaziergängen in der schönen
Gegend oder zum Sonnenbaden auf der Terrasse.
Am letzten Abend zeigte sich während des Abschiedsfestes
die Kreativität im Feiern, Tanzen, Musizieren und Singen
der Seminarteilnehmer.
Sonntag, Abschiedstag. Vor dem Frühstück eine
Meditation in der Kapelle des Hauses und danach spontan
ein meditativer Tanz auf die gehörte Meditationsmusik.
Nach dem Frühstück die letzte Gruppe. Jeder konnte
einbringen, wie er sich und die Anderen erlebt hat und welche
wichtigen Ziele im Alltag erreicht werden wollen.
Deutlich wurde die hohe Motivation nun im Alltag das Erkannte
und Erreichte umsetzen zu wollen.
Das Seniorenseminar wurde von allen sehr gut angenommen.
Es wäre eine wunderbare Einrichtung, wenn diese Seminare
fester Bestandteil im Angebot des Diözesan-Verbandes
Rottenburg-Stuttgart werden würden.
Bericht aus der Sicht der Gruppenleitung Gisela Obert:
Die Gruppe gestaltete sich von Beginn an als sehr lebendig
– es war überaus positiv spürbar, mit welch
hoher Motivation die TeilnehmerInnen gekommen sind. So hatte
jeder ein „Fragenpaket“ für sich selbst
mitgebracht um dies in dieser Seminarwoche zu besprechen
und wenn möglich zu klären.
In den Gruppengesprächen wurde deutlich, dass bei den,
von der Suchtkrankheit betroffenen Menschen, der Schatten
der Vergangenheit in ihre Lebensgeschichte zu integrieren,
ein Ziel dieser Woche sein wird.
Für alle TeilnehmerInnen wurde es notwendig, nach Möglichkeiten
zu suchen, wie die persönliche innere Versöhnung
mit der eigenen Biographie in einen Prozess der Reifung
umgewandelt werden kann. In einem offenen und konstruktiven
Prozess konnten die Einzelnen über positive Entwicklungen
der letzten Jahre berichten – sie zeigten sich stolz
auf die Einhaltung der Suchtmittelabstinenz, die bis jetzt
zur neuen Lebensform wurde. Dazu habe ihnen die Selbsthilfe-Gruppenarbeit
geholfen zu einer solchen Stabilität zu kommen –
gleichzeitig wurde auch erkannt, dass es immer noch Brüche
in der Lebensqualität gibt, wenn die „bekannten
Wiederholungen“ trotz aller Bemühungen einträfen.
So wurden auch Ängste angesprochen, wie es sein wird,
wenn ihre Leistungsfähigkeit zunehmend weniger wird
– so konnte ein Teilnehmer, an einer neurologischen
Störung erkrankt, sich immer wieder in das Gespräch
einbringen und seine Ängste mitteilen, weniger vor
der zunehmenden Hilfsbedürftigkeit, sondern davor,
seiner Frau immer mehr zur Last zu werden. Und auch seine
Frau konnte sich mit ihrer Zukunftsangst auseinandersetzen.
Ein wichtiges Thema war auch, den „roten Faden“
zu erkennen und die vielen Wiederholungen von ganz bestimmten
Situationen genauer anzuschauen, um diese künftig vermeiden
zu können. Das was früher als „schicksalhaft“
angesehen wurde, nun in einem anderen Licht anzuschauen
und die eigenen Anteile heraus zu filtern um künftig
aktiv und selbstkritisch leben zu können um unangenehme
Situationen zu vermeiden.
Erfreulich war, dass die geleistete Lebensbilanz der TeilnehmerInnen
dazu führte, dass der biographische Reichtum des Lebens
entdeckt wurde und die „Trauer auf verlorenes Land“
und die Selbstvorwürfe, ob bei Betroffenen oder Angehören,
kaum noch am Ende der Woche spürbar waren – der
tiefere Prozess und der künftige Weg in die „innere
Versöhnung“ wurde angenommen.
Ich habe mit der Methode des Sozialtherapeutischen Rollenspiels
gearbeitet und über die Wahrnehmungszentrierten Spiele
konnten die TeilnehmerInnen zu ihren tieferen Schichten
in der Biographie kommen.
Wir haben an folgenden Lebensthemen gearbeitet:
- Kindheit und Jugend
- Beruf und Freizeit
- Ehe, Partnerschaft und Familie
- Träume und Realitäten
- Versöhnung mit mir
So hat die Gruppe, und darin jeder Einzelne, die schwierigen
und guten Zeiten im Leben nochmals bearbeitet. Die Gruppe
reflektierte am Ende des Seminars:
„Es war eine sehr wichtige Woche – ich, wir
gehen gestärkt in unseren Alltag.“
Ich möchte mit dem Satz von Sten Nadolny beenden:
„Wer eine Geschichte zu erzählen hat, ist ebenso
wenig einsam wie der, der einer Geschichte zuhört.
Und solange es noch irgendjemand gibt, der Geschichten hören
will, hat es Sinn so zu leben, dass man eine zu erzählen
hat“.
Gisela Obert
Dipl. Sozialarbeiterin
Sozialtherapeutin
Supervisorin
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